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Feind und Freund

Herausgerissen aus den weichen Zuckerwattewolken des Himmels und in die Abgründe der weltlichen Hölle getreten.
Am Anfang stand die Liebe.
Das Ende war der Schmerz.
Schon lange warte ich auf das große Finale.
Das Gegenteil des Urknalls.
Zerstörung.
Blut.
Schreie.
Schmerz.
Nichts.
Erlösung...
Komm doch du zerstörerisches Etwas und hülle mich in Dunkelheit!
Ich fürchte mich nicht mehr vor dir.
Angst habe ich vor dem Leben, das mir wie eine Bestie die Eingeweide aus meinem Körper reisst.
Der Tod ist mein Freund, das Leben mein Feind.
Feind ich bezwinge dich!
Freund ich komme zu dir...

20.12.07 22:08, kommentieren

Mama

Mama, bitte strahl für mich
Die gelbe Sonne scheint heut nur für dich
Ich weiß, es ist nicht wirklich leicht
Schlaf ein bis dich ein Traum erreicht

Mama, bitte lach für mich
Irgendwo ist auch ein wenig Glück für dich
Ich weiß, es ist unglaublich schwer
Schlaf ein, bald schmerzt's nicht mehr

Mama, bitte weine nicht
Am Horizont erscheint schon langsam wieder Licht
Ich weiß, es tut unglaublich weh
Schlaf ein, morgen ist's dann OK

20.12.07 22:09, kommentieren

Erinnerungen

Wenn ich meine Augen schließe, kann ich deine Stimme noch immer ganz deutlich hören, so, als ständest du direkt neben mir.

Deine schon ergrauten Haare sind noch ganz verwuschelt vom Schlafen und deine tiefbraunen Augen, die wie die eines Teddybären sind, blicken schmerzerfüllt in die meinen.

In Gedanken rufe ich deine weichen Lippen herbei, die meine kindlichen Leiden immer wieder wegbliesen und deine schützenden Hände, die mich 16 Jahre lang festhielten.

Dein ausgemergelter Körper wirkt so zerbrechlich, dabei bist du doch so stark!

Manchmal, wenn ich mich einsam fühle, setze ich mich in deinen Schrank, der noch nach all den jahren deinen Duft in sich trägt.

Dann denke ich an die Zeit zurück, in der du noch bei mir warst, als wir herumalberten oder kuschelten.

Obwohl du schon so sehr von deiner Krankheit gezeichnet warst, dachtest du immer an mich.

Wir haben viel gescherzt in dieser Zeit, wahrscheinlich um den Schmerz zu überdecken, doch richtig gelacht hattest du schon lange nicht mehr.

Zu tief hatten sich die zerstörerischen Zellen in dich hineingefressen.

Doch stark warst du bis zum Ende!

Du hättest gehen, dem ganzem ein Ende bereiten können, doch bliebst du bei mir, bis heute... in meinem Herzen.

20.12.07 22:14, kommentieren